Erdgas-Glossar

Hier erklären wir Ihnen die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Erdgas. Ist Ihnen bekannt, dass Erdgas der sauberste unter den fossilen Brennstoffen ist und die weltweiten Erdgasreserven noch einige hundert Jahre reichen? Wussten Sie, dass die VNG, bei der die VUB zweitgrößter Aktionär ist, das zweitgrößte Erdgasnetz besitzt und einer der großen deutschen Speicherbetreiber ist?

Bio-Erdgas

Dabei handelt es sich um ein Gas, dass durch Gärung und Fäulnis organischer Stoffe (Biomüll, Klärschlamm, Speiseresten, Gülle oder Energiepflanzen) erzeugt wird. Es ist ein unter speziellen Bedingungen in einer Biogasanlage erzeugtes Gas, das mithilfe spezieller Verfahren die Qualität von Erdgas erreicht. Die Brenneigenschaften von Bio-Erdgas und Erdgas sind identisch.

CNG

CNG (compressed natural gas) ist ein verdichtetes Erdgas. Es wird beispielsweise in speziellen Druckgasbehältern in Autos, die Erdgas als Kraftstoff verwenden, bei ca. 200 bar Druck gespeichert.

CO²-Bilanz

Kohlendioxid (CO2) ist ein farbloses, nicht brennbares Gas und ein natürlicher Bestandteil der Luft. Pflanzen benötigen es für ihr Wachstum und bilden daraus Sauerstoff (Photosynthese). Das Gas entsteht durch natürliche Vergärungs- und Verrottungsprozesse und tritt an gewissen Stellen aus dem Boden aus, entsteht aber auch bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Nach Expertenmeinung hat die starke Zunahme der CO2-Emissionen einen erheblichen Einfluss auf die globale Erwärmung bzw. das Klima (Treibhauseffekt).

Die CO2-Bilanz beschreibt zum Beispiel den Anteil des Treibhausgases CO2 pro erzeugter Energie. Von allen "fossilen Energieträgern" hat Erdgas die beste CO2-Bilanz (Umweltbundesamt 2009: ca. 0,4 kg/Kwhel bei der öffentlichen Stromerzeugung).

Erdgas-Speicher

Bei der Erdgasspeicherung wird Erdgas – der Name sagt es bereits – in spezielle Speicher eingespeist. In den in warmen Monaten ist der Gasbedarf niedriger, dann werden die Speicher befüllt. Bei Bedarf, zum Beispiel im Winter, kann das gespeicherte Erdgas wieder in das Versorgungsnetz zurückgeführt werden. Dies machen Gasversorger, um eine zuverlässige Erdgasversorgung zu sichern.

Für die Speicherung lassen sich oberirdische Gasbehälter nur kurzzeitig nutzen. Für eine längerfristige Speicherung ist die Lagerung in unterirdisch verlegten Rohren oder in ausgedienten Erdgaslagerstätten sowie Ölfeldern geeigneter. Mittels Druck wird das Erdgas in die Erdschichten gepresst. Bei den Kavernenspeichern wird das Erdgas in Salzstöcken, die eine Tiefe von bis zu 2.000 Metern erreichen, gelagert. Die Salzstöcke werden dabei durch die Einleitung von Süßwasser ausgesolt (Lösung des Salzes und die Entnahme diese Salzwassers (Sole). In den entstehenden Hohlräumen wird das Erdgas gespeichert.

In Deutschland gibt es derzeit 47 Untertagespeicher mit einem Gesamtvolumen vom mehr als 20 Milliarden Kubikmetern. Die VNG zählt zu den größten Speicherbetreibern Deutschlands und verfügt über vier Speicheranlagen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit einem Fassungsvermögen von 2,6 Milliarden Kubikmetern. Zurzeit erweitert die VNG ihre Kapazitäten und errichtet zwei neue Kavernenspeicher an den Standorten Etzel und Jemgum (beide in Niedersachsen).

Erdgas, konventionelles / "Natural Gas"

Bei Erdgas handelt es sich um einen so genannten "fossilen Energieträger". Dieser besteht hauptsächlich aus hochentzündlichem Methan und ist vor allem in unterirdischen Lagerstätten zu finden, die sich oft in mehreren tausend Meter Tiefe unter der Erdoberfläche oder dem Meeresgrund befinden. Zurzeit sind Vorkommen bis zu einer Tiefe von 7000 Metern bekannt. In diesen Erdgasfeldern aus porösen Gesteinsschichten steht das Gas je nach Tiefe unter einem Druck von bis zu 300 bar. Genauso wie Erdöl ist dessen "Vetter" Erdgas vor vielen Millionen Jahren aus abgestorbenen Organismen endstanden. Daher findet man Erdgas auch zumeist im Zusammenhang mit Erdölfeldern.

Mit der Zeit ist Erdgas durch Risse und Poren in den Gesteinsschichten nach oben gewandert. Traf es auf eine natürliche Barriere, z.B. eine Aufwölbung gasdichter Schichten, konnte sich eine Gaslagerstätte bilden. Über Bohrungen wird das Gas aus diesen Lagerstätten an die Erde gebracht. An der Erdoberfläche wird das Gas gereinigt und getrocknet und gelangt anschließend über Pipelinesysteme oder mit speziellen Schiffen bis zum Endverbraucher.

Genutzt wird Erdgas vor allem für die Gebäudebeheizung, als Treibstoff und zur Stromerzeugung. Das geschieht durch Verbrennung. Von allen fossilen Energieträgern weist es hierbei die günstigste CO2-Bilanz auf.

Experten sind sich wegen des weltweiten Erdgasvorkommens nicht ganz einig. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die bekannten Vorräte bei gleichbleibender Nutzung in 50-70 Jahren erschöpft sind.

Erdgasfeld Erdgasreserven

Bezeichnet ein bestimmtes Gebiet, in dem ein Erdgasvorkommen liegt.

Man glaubt es kaum: Die weltweiten Gasreserven sind reichlich. Nach Expertenmeinung reichen diese noch mehrere hundert Jahre. Vor allem im Bereich der so genannten "unkonventionellen Erdgasförderung" existieren vielversprechende Voraussagen mit einer positiven Prognose: Angaben der BGR zufolge übersteigt das Potenzial an nicht-konventionellem Erdgas um eine Vielfaches den bekannten Vorrat an "natural gas".

Im Bereich des "konventionellen Erdgases" verfügen Russland und der Mittlere Osten über die meisten Reserven. Aussagen zufolge liegen die weltweiten Reserven bei etwa 192 Milliarden Kubikmeter (2009), was je nach Verbrauch noch für 60 bis 80 Jahre reichen soll. Das weltweite verbleibende Gesamtpotenzial (Ressourcen und Reserven) des so genannten konventionellen Erdgases wird auf etwa 432 Milliarden Kubikmeter taxiert.

Die europäische Kommission rechnet mit einer Expansion des EU-Gasmarktes, dessen Wachstum in den nächsten 20 Jahren anhalten wird. Bis 2030 wird sich die weltweite Gasproduktion voraussichtlich verdoppeln. Angaben der EU-Kommission zufolge steigt der Gaspreis bis zum Jahr 2030 auf 25 bis 33 Euro pro Barrel an.

Exploration

Unter Exploration versteht man die Suche und Erschließung von Erdgas-Lagerstätten und Ölfeldern.

Förderplattformen

Da viele Erdgasvorkommen tief unter dem Meeresboden liegen, wird ein Teil von Bohrinseln bzw. einer Förderplattform gefördert. Eine solche Plattform wird über dem Bohrloch stationiert. Über die VNG Norge hat die Verbundnetz Gas eine eigene Erdgasproduktion und ist an mehreren Plattformen beteiligt.

http://www.vng.de

LNG (verflüssigtes Erdgas)

Um Erdgas mit Schiffen etc. transportieren zu können wird es auf −160 °C abgekühlt, damit es sich verflüssigt und sein Volumen um das 600fache verringert. So lässt es sich als LNG (Liquid natural gas / Flüssigerdgas) in speziellen Flüssiggastankern über die Ozeane transportieren. Zurzeit sind weltweit etwa 200 LNG-Tanker im Einsatz.

Pipelines / Rohrleitungen

Ein Großteil des Erdgases wird in (zum Teil unterirdischen) Fern- bzw. Rohrleitungen, so genannten "Pipelines", über tausende von Kilometern transportiert. In bestimmten Abständen befinden sich Kompressorstationen, die für neuen Druck sorgen.

Die VNG-Tochter ONTRAS – VNG Gastransport GmbH betreibt das zweitgrößte Ferngasnetz von mehr als 7.000 Kilometern Länge.

Reserven

Reserven sind die bekannten, nachgewiesenen, sicher verfügbaren und mit heutiger Technik wirtschaftlich gewinnbaren in der Erde lagernden Vorräte an fossilen Brennstoffen.

Ressourcen

Neben den Reserven ist oft von Energie-Ressourcen die Rede: Das sind nachgewiesene sowie vermutete Erdgas- bzw. Erdölvorräte, die zurzeit aus technologischen bzw. ökonomischen Gründen noch nicht gewinnbar sind.

Transport

Das geförderte Erdgas wird vor allem via Pipelines in die entsprechenden Regionen befördert. Der Transport von LNG (also verflüssigtem Erdgas) spielt eine geringere Rolle, nimmt aber an Bedeutung zu.

Unkonventionelles Erdgas

Bei der "konventionellen" Erdgasförderung werden große Gasblasen unter der Erde oder dem Meeresboden angebohrt und so zur Erde gefördert. Die "unkonventionelle" Erdgasförderung setzt auf die Gewinnung aus verschiedenen Materialien: In Kohlegasvorkommen ist Methangas in den Poren eines Kohleflözes gespeichert, „Tight-Gas“-Vorkommen sind gasgefüllte Poren in festen Gesteinen, bei „Shale-Gas“-Vorkommen handelt es sich um gasgefüllte Poren in Schieferschichten. Darüber hinaus werden auch Gashydrate tief im Meer oder Grubengase als "unkonventionelles Gas" klassifiziert.

Innerhalb Europas findet sich das "unkonventionelle Erdgas" zum Beispiel in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Polen, Schweden, Rumänien, Ungarn und die Ukraine. Erschlossen werden diese Vorkommen vor allem durch Horizontalbohrungen und Fracing. Größter Produzent von nichtkonventionellem Erdgas sind die USA. Das hat sie mittlerweile zum weltweit wichtigsten Erdgasproduzenten – noch vor Russland – werden lassen.

Hinsichtlich der Vorräte sind sich Fachleute unschlüssig. Man geht aber davon aus, dass diese die Reserven und Ressourcen an "konventionellem" Erdgas um ein Mehrfaches übertreffen. Mittlerweile kommt mehr als die Hälfte des in den USA geförderten Erdgases aus "unkonventioneller Förderung", hier vor allem als Schiefergas.

Quellen: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), erdgas.info, Umweltbundesamt, VNG, VUB