
Gebündelte Kraft
Die „VNG Verbundnetz Gas Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H.“ (VUB) mit Sitz in Erfurt ist eine Gesellschaft der Energieversorgungs-Branche. Sie bündelt als Treuhänderin die Anteile von zehn kommunalen Aktionären an der Leipziger „VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft“. Gemeinsam sind sie der zweitgrößte von insgesamt vier Aktionären Grafik „Prozentuale Aufteilung“ der VNG. Als starke kommunale Kraft der Energiewirtschaft in den ostdeutschen Bundesländern hat die VUB auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Gasversorgung in Deutschland.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1990 ist die VUB ein Garant für die Stabilität und den Erfolg der VNG, des größten eigenständigen Unternehmens der ostdeutschen Bundesländer. Anfangs hielt sie zunächst 15,79 Prozent, 2003 stiegt ihr Anteil infolge der Fusion von E.ON AG und Ruhrgas AG auf eine Sperrminorität von 25,79 Prozent. Die zehn VUB-Aktionärskommunen sind Annaberg-Buchholz, Chemnitz, Dresden, Erfurt, Hoyerswerda, Leipzig, Neubrandenburg, Nordhausen, Rostock und Lutherstadt Wittenberg. Über ihre jeweiligen Stadtwerke-Töchter sind die Städte an der VNG beteiligt. Sie alle folgen dem Vorbild westdeutscher Energieversorger, bei denen traditionell die Kommunen einer Region als Anteilseigner starken oder sogar bestimmenden Einfluss ausüben.
Die Stärke der VUB erwies sich in der Vergangenheit nicht nur darin, dass die kommunale Sicht und die kommunalen Interessen an einer nachhaltigen Gasversorgung im operativen Geschäft der VNG regelmäßig Gehör und Beachtung fanden. Zweimal gelang es seitdem durch die maßgebliche Mitwirkung der kommunalen Anteilseigner, den Versuch einer Mehrheitsübernahme der VNG abzuwehren und das kommunale und regionale Interesse an einer eigenständigen VNG durchzusetzen. Bis heute wird die VNG nicht von einem überstarken Mehrheitsaktionär beherrscht, sondern ist erfolgreich durch eine heterogene Anteilseignerschaft, deren Mehrheit sich an den Unternehmenszielen der VNG selbst orientiert.
Die VNG ist ein gut aufgestelltes, profitables und solide wirtschaftendes Unternehmen und wird deshalb stets das Ziel von Akquisitionsüberlegungen deutscher und europäischer Wettbewerber sein. Als Vertreter der kommunalen Anteilseigner steht die VUB jedoch in besonderer Weise für eine nachhaltige Festigung der regionalen Verankerung dieses wichtigen Unternehmens. Nicht nur, weil die VNG-Anteile über die Jahre gute Ergebnisse für die beteiligten Kommunen abwerfen, sondern auch weil Stabilität und Berechenbarkeit in der Energieversorgung im kommunalen Interesse liegen. Die an der VNG beteiligten Städte vertreten gemeinsam beinahe zwei Millionen Einwohner, die alle – auch als Energieverbraucher – an Versorgungssicherheit interessiert sind.
Auch in diesem Sinne ist die VUB für die Zukunft gut gerüstet. Sie betrachtet ihre Sperrminorität dabei als durchaus erweiterungsfähig und wird jede Chance nutzen, den kommunalen Einfluss im Aktionärskreis der VNG zu stärken. Und sie wird sich auch in Zukunft als zuverlässiger, geschlossen und wirtschaftlich vorausschauend handelnder Kommunalverbund erweisen. Mit ihrer Hilfe ist in den letzten 20 Jahren die VNG zu einem großen und kräftigen Wirtschaftsakteur in Europa herangewachsen und hat sich Potenziale erschlossen, die für die Zukunft viel erwarten lassen.