Warum Erdgas?

Der Blick in die Zukunft der VNG verlangt vor allem einen Blick auf die Rolle, die das Erdgas in den nächsten 20 bis 30 Jahren in der Energieversorgung Europas spielen wird. Die EU-Kommission weist ihm ganz offenkundig eine wesentliche Rolle zu. Sie legte im November 2010 ihre Energie-Strategie 2030 vor, die den Weg für die erneuerbaren Energien und damit den Klimaschutz bahnen und innerhalb der nächsten zehn Jahre dafür durch Marktöffnungen und neue Netze die Voraussetzungen schaffen soll.

Stromnetze und Gasnetze stehen im Fokus der Strategie. Die Erkenntnis, dass von den herkömmlichen Energieträgern das Gas der unschlagbar sauberste ist, wird von dem deutschen EU-Kommissar für Energie, Günther Oettinger, geteilt. Er sagt: „Im Jahr 2010 werden Wind, Sonne und Gas eine wichtige Rolle im europäischen Energiemarkt einnehmen und damit für Wirtschaft, Verbraucher und Umwelt eine gute Zukunft bringen“.

Die VNG stellt sich darauf ein. Auch wenn der Gasmarkt seit 2009 durch die Wirtschaftskrise und durch die Preisabstände zwischen Langfrist-Lieferverträgen und kurzfristigen Spotmarktgeschäften für die Gas-Branche sowie die Verfügbarkeit von Shale-Gas aus den Vereinigten Staaten schwieriger geworden ist: Mit Unterstützung ihrer kommunalen Aktionäre investiert das Unternehmen in die Zukunft. Es will entlang der gesamten Erdgas-Wertschöpfungskette mitverdienen, selbst Erdgas erkunden und fördern, seine Gasbezugsquellen weiter diversifizieren, zunehmend mehr Gas auch in Auslandsmärkte liefern, seine Speicher und Netze ausbauen, innovative und umweltfreundliche Technologien ins Spiel bringen und seine Verantwortung für die Region, in der es arbeitet, wahrnehmen. Seit 2009 ist VNG selbst Produzent in Norwegen und beabsichtigt, die Eigenförderung bis zum Jahr 2020 stark auszubauen. Mit dem Fund des Feldes Pil/Bue ist der VNG ein großer, in Norwegen beachteter Explorationserfolgt gelungen, den es nun zu entwickeln gilt.

VNG setzt einen relevanten Teil der verkauften Erdgasmengen auch im Ausland ab. Das Unternehmen setzt auf kosteneffizienten Betrieb und Vermarktung seiner leistungsfähigen unterirdischen Erdgasspeicher. Schon die vier derzeitigen Speicher der VNG in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg können rund 2,6 Milliarden Kubikmeter Gas aufnehmen. Die Menge reicht aus, um etwa eine Million Einfamilienhäuser ein Jahr lang zu versorgen.

VNG setzt nicht allein auf den Betrieb und die Instandhaltung bestehender Anlagen, sondern investiert auch in neue Technologien. Dafür betreibt das Unternehmen gemeinsam mit Partnern im In- und Ausland angewandte Forschung und Entwicklung, etwa auf dem Gebiet der Erdgastechnik sowie der Energieumwandlung und -anwendung. Vorzeigeprojekte sind zum Beispiel die Begleitung des europäischen CO2-SINK-Einspeiseprojektes in Ketzin, die CCS-Partnerschaft mit Vattenfall und Schlumberger zu Abscheidung, Transport und Speicherung von CO2 aus Kraftwerken. Seit 2009 reagiert die VNG auch auf die wachsende Nachfrage nach regenerativen Energieträgern und bietet Beimischungen von Bio-Erdgas an. Die Position des umweltschonenden Bio-Erdgases im Markt soll ausgebaut werden. +